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Der einzelne Mensch im Stufenmodell
Jeder Mensch befindet sich auf mehreren Stufen (s.u.) gleichzeitig. Die unteren Stufen werden durch die höheren Stufen der Moral meist teilweise überschrieben, aber nicht vollständig. in jedem stecken die beiden Gegner das Gute ("Engelchen") und das Böse ("Teufelchen"). Die Frage ist nur wieviel von welchem? Z.B. zu 5% auf Stufe 1, 10% auf Stufe 2, 30% auf Stufe 3, 40% auf Stufe 4, 10% auf Stufe 5, 5% auf Stufe 6. Oft ist ein Mensch jedoch auf einer Stufe besonders aktiv, die man ihm dann in verkürzenden Beschreibungen zuordnet. Im Beispiel die Stufe 4. Das was man mit gutem Gewissen als gut bezeichnen kann, also das Gute findet sich auf Stufe 4 bis 6. Im Beispiel wäre der Anteil des Guten in diesem Menschen somit 55%.
Stufen der Entwicklung des moralischen Urteils
Ebene 1: Präkonventionelle Moral
1. Stufe: Fremdbestimmte Moral, Egozentrismus; Lust-Schmerz-Orientierung: Moralisches Handeln um Bestrafung durch Autoritäten zu vermeiden
2. Stufe: Individualismus, naiver Hedonismus (Spaßgesellschaft); Kosten-Nutzen-Orientierung, Belohnung und Strafe
Ebene 2: Konventionelle Moral
3. Stufe: Beziehungen, Konformität mit anderen; Braves-Kind-Orientierung, Anerkennung gewinnen
4. Stufe: Soziales System und Gewissen; Soziale Recht-und-Ordnung-Orientierung, Soziale Regeln befolgen
Ebene 3: Postkonventionelle Moral
5. Stufe: Sozialer Kontrakt; Einsatz für die Gemeinschaft, Gesetze sind nicht "absolut"
6. Stufe: Universelle ethische Prinzipien; Vernunft und Moral, Gleichberechtigung aller Menschen weltweit . Eine Folge aus Gefühl im Takt und Systemtheorie.
Wir - Personengruppe
Leichter verständlich ist ein spezieller Aspekt des Stufenmodells. Die Personen, die wir zum "Wir" zählen im Gegensatz zu denen, die wir zu "den anderen" zählen. In der moralische Entwicklung wird der Personenkreis Stufe um Stufe vom "Ich" zu "allen" ausgedehnt.
- Ich
- Familie
- Dorfgemeinschaft
- Rechtsgemeinschaft Land, Staat (gleiches Recht)
- Menschen der Erde
- alle Lebewesen der Erde
Kinder
Wir beginnen alle auf der ersten Stufe. Im Modell nach Freud : Im ersten Jahr gibt es nur das Es, das Überich (Interessen der anderen) und Ich (Vermitteln zwischen Es und Überich) ist noch nicht ausgebildet. Aber wir haben die Wahl auf welcher Stufe wir enden. Grundlegende Emotionen wie Wut, Angst, Freude sind schon bei Geburt ausreichend vorhanden. Ab dem 14. Monat nach der Geburt lässt sich bei Kleinkindern helfendes Verhalten beobachten. Danach nimmt das Weinen ab, das anderen Kindern helfende Verhalten zu. Ein paar Monate später können die Kinder im Spiegel zwischen sich und anderen Objekten unterscheiden. Sich des "Ich" bewußt zu sein ist Voraussetzung für soziale Emotionen wie Stolz bzw. Schuld (und Sühne) und Scham. Ab dem vierten Lebensjahr ist die Empathie voll vorhanden, die dann mehr fürsorglich oder mehr egoistisch genutzt werden kann.
Die Elite
Wer wie bestimmte Politiker und Wirtschaftsbosse das soziale System abschaffen will, der befindet sich außerhalb des Guten, auf Stufe 3. Diese Menschen setzen sich nur scheinheilig für die Gemeinschaft ein, in erster Linie für sich selbst. Der Egoismus findet sich auf Stufe 1 bis 3. Sie stellen vielleicht universelle ehtische Prinzipien (Stufe 6) auf, aber diese sind entweder nicht wirklich ethisch vertretbar, oder sie halten sich selbst nicht daran, d.h. diese sind dann nur leere Worte. Und leere Worte zählen nicht zu Stufe 6.
Wenn wollen die Bürger an ihrer Spitze? Üble Politiker und Wirtschaftsbosse? Oder lieber Menschen, die man als "Ozean der Weisheit" beschreiben würde? Die Bürger haben es in der Hand, aber nur wenn sie die Politik in die Hand nehmen. Von wem wir uns auf keinen Fall führen lassen sollte, steht selbst im Koran siehe unten "Details zu Stufe 5 und 6". Die Menschen haben von Natur aus sowas wie einen sozialen Zorn, den sie gegenüber Menschen empfinden, durch die andere Menschen leiden müssen, d.h. die gegen universelle ethische Prinzipien grob fahrlässig verstoßen. Dieser soziale Zorn bewegt uns dazu, an diesen Übeltätern je nach Ausmaß des Vergehens
Anstoß zu nehmen :
- leichte Sanktionen
In Aussicht stellen, dass Verstoß missbilligt wird
- relativ leichte Sanktion:
Verstoß missbilligen - relativ schwere Sanktion:
Konsequenzen
- schwere Sanktion:
Haftstrafe, Hinrichtung, Verbannung
Der Durchschnitt
Viele Ehrenamtliche befolgen die Regeln des sozialen Systems (Stufe 4) und befürworten es. Zusätzlich setzen sie sich aktiv für die Gemeinschaft ein (Stufe 5) . Bezahlte Helfer in bestimmten vor allem staatlichen Organisationen wie
Lehrer, Sozialpädagogen, Polizisten, Verwaltungsbeamte tun (und lassen) in zu vielen Fällen in erster Linie das, was der Arbeitgeber von ihnen erwartet. Und das bedeutet soweit zu helfen, dass es für den Geholfenen zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel ist. Wenn sie wirklich effektiv helfen würden, dann bräuchten immer weniger Menschen diese Minimal-Hilfe, ihr Arbeitgeber könnte dann auf diese bezahlten Helfer verzichten. Ist der Arbeitgeber eine Stiftung, die sich selbst nicht nur zur Minimalhilfe verpflichtet, sondern zu vollständiger humaner Hilfe, dann behalten die bezahlten Helfer dort ihren Job. Dass es zu wenige Stiftungen dieser Art gibt ist wohl ein Grund dafür, dass zu viele bezahlte Helfer nicht die Stufe 5 erreichen. Weniger als ein Viertel der Menschen erreichen im Laufe ihres Lebens die Stufe 5.
Die Entwicklung
Es ist kaum möglich Stufen zu überspringen oder auszulassen. Meist wird nur die nächste Stufe als erreichbar eingeschätzt.
Wie steht es um die Motivation, die höheren Stufen zu erklimmen? Höhere Stufen ermöglichen es, verzwickte ethische Probleme erfolgreicher zu lösen. Deshalb müssen wir es fördern, dass möglichst viele versuchen immere schwerere ethische Probleme zu lösen. Damit wird die nächste Stufe erklimmt.
Wie kann man die Stufen schneller erklimmen?
- Vorbildlernen
Wen soll man sich als Vorbild nehmen, siehe unten "Details zu Stufe 5 und 6" / Der Koran. Wie lernt man von Vorbildern? Vorbildlernen
- Bedeutung der höheren Stufen erhöhen
Umso wichtiger man selbst und das Umfeld bzw. die ganze Gesellschaft die bewußten Stufen nehmen, umso mehr werden die unbewußten geschwächt.
- NICHT zu verwechseln mit der Therapie bei Gegnern, die würde hier zu einer Vermischung von Gut und Böse, also zu einer mittleren Stufe führen. Das Ziel ist jedoch, möglichst viele in die höchsten Stufen zu begleiten.
Die Gültigkeit des Modells
Für alle Völker und zu allen Zeiten von verschiedenen Experten (Sozialwissenschaftlern) als gut bestätigt bzw. in der Vergangenheit nachgewiesen.
Details zu Stufe 5 und 6
Den Menschen, die sich auf dieser Stufe befinden, können wir entnehmen, wie man gut wird.
Buddhismus
Lerne Deine Ängste zu überwinden, um Dich für die Nächstenliebe und Liebe zu öffnen.
Wer mehr (überdurchschnittlich) will als ihm zusteht, der muss den anderen etwas wegnehmen, diesen bleibt dann unterdurchschnittlich wenig. Dazu ist Macht und Gewalt notwendig. Wer sich bis an die Zähne (mit Macht aller Art) bewaffnet, der wird auch Macht aller Art ernten, die ihn angreift. Ziehe in den Krieg und Du wirst verwundet. Dieser ständige Krieg (z.B. Wirtschaftskrieg) führt zu dauernder Angst vor Verwundung. Ein Leben in Angst. Ein Leben voller Gier nach unwesentlichen Dingen, Hass und Verblendung.
Wer sich mit näherungsweise durchschnittlich viel zufrieden gibt, der muss niemand etwas wegnehmen, allen bleibt näherungsweise durchschnittlich viel. Dazu ist keine Macht und keine Gewalt notwendig. Wenn man seinen Mitmenschen nicht angreift, dann muss er auch nicht zurückschlagen. Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin. Die Waffen könnten verschrottet werden. Ein Leben ohne Angst. Dieses Leben macht den Weg frei zu Nächstenliebe und Liebe. Wir können
wahrhaftig weise, unbeschwert frei und tief mitfühlend sein. Und damit tugendhaft. Eine der vier wohlwollenden Tugenden im Buddhismus : Schenken, Großzügigkeit, Freigiebigkeit von Zeit, Freundschaft, Lächeln ... und Geld. Eine zweite Tugend ist : ein für andere günstiges Verhalten.
Der Koran
Die beiden wesentlichen Punkte finden sich auch im Koran. Erstens Loslassen der Gier, zweitens Finden der Nächstenliebe.
1.
Gehorche nicht dem, der seinen Gelüsten folgt und kein Maß und Ziel kennt.
2. Gehorche nicht dem, dessen Herz wir achtlos für die Erinnerung an uns machten.
Ihr zukünftiger Weg
Jeder kann diese Stufen hin zum Guten hinaufsteigen, d.h. zu einer starken Persönlichkeit werden, die nicht den Todsünden verfällt. Zwar nicht unbegrenzt schnell, aber jedoch mehr oder weniger schnell, siehe oben die Förderung der Entwicklung. Auch wenn viele um uns herum es als normal ansehen, dass man den Todsünden verfällt. Und als starke Persönlichkeit auf der Seiten der Guten gegen die Bösen kämpfen und zusätzlich den gleichgesinnten Guten und den abschwörenden Bösen Nächstenliebe schenken.
Denn der Sinn des Lebens ist geistige und körperliche Weiterentwicklung im Dienste aller Menschen der Gesellschaft, nicht nur im Dienste weniger Mächtiger.
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