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Bedeutung der Zahlen
Die Arbeitslosenzahlen sind nicht nur einfach Zahlen, sie stehen für menschliche Schicksale. Arbeitslosigkeit bedeutet im Fall von Hartz IV verschärfte Armut am Existenzminimum und noch deutlich unterhalb der Armutsgrenze, weil andere (Großaktionäre, Management) sich zuviel von den Unternehmenseinnahmen genommen haben. Armut durch Reichtum (anderer).
Gefälschte Statistiken
Betroffen sind davon mehr Menschen als es die offizielle Arbeitslosenstatistik der der Regierung unterstellten Behörde ausweist. Das fällt einem in bestimmten Bundesländern nicht auf, in anderen Gegenden schon, z.B. im Osten Deutschlands oder im Ruhrpott, wo ganze Straßenzüge von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Die Arbeitslosenstatistik wird durch mehrere Tricks der Regierung geschönt. Erstens dadurch dass Geringverdiener, die von ihrem Lohn alleine nicht leben können nicht mitgezählt werden, zweitens dadurch dass Arbeitssuchende, die unter Zwang in irgendwelchen Massnahmen, die zu nichts führen gesteckt werden, nicht mitgezählt werden. Ein Beispiel sind Kurzarbeiter. Die Kurzarbeit geht übrigens mit Absicht der CDU-SPD-Regierung, der Unternehmer und der Gewerkschaften an den Arbeitslosen völlig vorbei. Nicht umsonst gibt es eine Petition zum Thema. Darüber hinaus sollen alle vom SGB XII, III, II bzw. Hartz IV Betroffenen gezählt und öffentlich bekannt gegeben werden. Dass sind dann fast doppelt so viele bzw. ein paar Millionen Menschen mehr als nach der bisherigen Zählweise.
Da jetzt von der Öffentlichkeit immer mehr nicht die Arbeitslosenzahlen, sondern die deutlich größeren SGB-Betroffenen-Zahlen beachtet werden und damit der schöne Schein verblasst, wird jetzt nicht mehr nur an der Arbeitslosenzahl-Statistik "gedreht", sondern auch an der SGB-Betroffenen-Statistik. Z.B. werden ab Ende 2008 Kinder, die Geld lediglich aus anderen Töpfen wie Unterhalt (z.B. vom Jugendamt) und Wohngeld bekommen, nicht mehr mitgezählt. Gegenmassnahme : Zukünftig muss man die Summe aus den SGB-Betroffenen betrachten und den Wohngeld-Betroffenen.
Und auch hier kann die Regierung noch tricksen, indem sie die Repressalien so erhöht, dass die Menschen, die aufgrund ihrer finanziellen Lage Anspruch auf ALG hätten, wegen der Repressalien durch die Arbeitsagenturen auf diesen Anspruch verzichten,
Im Jahre 2010 :
Die Schönfärberei der Arbeitslosenstatistiken Kurzarbeit wurde um zwei Jahre verlängert, womit sich das Ende der Kurzarbeit ca. ins Jahr 2010 verschiebt. Laut Arbeitsagentur sollen 2010 dennoch ca. 1,3 Millionen Menschen mehr offiziell arbeitslos werden, ca. 5 Millionen offiziell Arbeitslose.
Im Jahre 2009 :
Die Leiharbeiter wurden entlassen. Im Frühjahr 2009 sind die Arbeitslosenzahlen trotz der Schönfärberei der Arbeitslosenstatistiken Kurzarbeit (laut Arbeitsagentur ca. 1,5 Millionen Menschen, über 2 Millionen vorsorglich von Betrieben angemeldet) zwar vom Arbeitsagentur bezahlen zu lassen, aber nicht als arbeitslos zu zählen, nicht so stark gesunken wie sonst im Frühjahr üblich. Ein Indiz für eine Weltwirtschaftskrise. Die Finanzierung einzelner Arbeitsplätze durch die Arbeitsagentur ist zeitlich befristet.
Im Sommer 2009, wenn die Bestellbücher der Maschinenbau-Industrie abgearbeitet sind, werden die Arbeitslosenzahlen deutlich ansteigen, sofern nicht konsequent Arbeitsfairteilung und Einkommensfairteilung für alle betrieben wird. Nach der Bundestagswahl im Herbst 2009 werden sie ebenfalls ansteigen, wenn die Konzerne ihre Kündigungen nicht länger zurückhalten.
Regionale Unterschiede :

Im Jahre 2008 :
Im September 2008 wurden somit fast die Hälfte der auf das Sozialgesetzbuch SGB Angewiesenen (Arbeitslose und Geringverdiener) absichtlich verschwiegen. Siehe nachfolgende Tabelle.
| Arbeitslosigkeit |
"registrierte Arbeitslose"
(offiziell) |
"Arbeitslosengeld-Empfänger/innen"
(inoffiziell) |
| September 2008 |
3,08 Millionen |
5,61 Millionen |
| Januar 2006 |
5, 01 Millionen |
6,74 Millionen |
Quelle : Monatsberichte zum Arbeitsmarkt von Verdi. beruhend auf Daten der Arbeitsagentur.
Die "Erfolge" der Regierung bzw. der Wirtschaft zwischen Januar 2006 und September 2008 sind nur Schein-Erfolge, bei den offiziellen Zahlen sind es ca. 2 Millionen Menschen weniger registrierte Arbeitslose, bei den inoffiziellen Zahlen dagegen nur ca. 1 Million Menschen weniger Arbeitslosengeld-Empfänger. Und diese 1 Millionen Menschen sind nach Expertenmeinung überwiegend nur in Geringverdiener-Jobs vermittelt worden, liegen also nur knapp über Hartz IV, aber immer noch unter der Armutsgrenze.
Seit Mitte 2008 ist die Zahl der Kurzarbeiter exponentiell angestiegen. Aber diese werden zur Schönfärberei der Arbeitslosenstatistiken nicht als arbeitslos gezählt.
Nimmt man noch die nach Schätzungen ca. 2 Millionen Menschen dazu, die aufgrund deren finanzieller Lage Anspruch hätten, aber wegen der Repressalien durch die Arbeitsagenturen auf diesen Anspruch verzichten, dann sind wir in Deutschland 2008 bei ca. 7,6 Millionen Betroffenen.
Nur ein paar Prozent der Armen kommen aus der Armut jemals raus. Also anstatt sie aus der Armut rauszuholen, dürfen Arme jetzt noch mehr arbeiten. Tatsache ist somit, dass sich für die 6,74 Millionen Menschen vom Januar 2006 innerhalb von fast drei Jahren nichts verbessert hat. Die Regierung hat mit ihrer Agenda 2010 im Bereich Armut tatsächlich gar nichts erreicht.
Handlungsmöglichkeiten siehe Initiative "Wohlstand für alle"
Im Jahre 2005 :
Daten und Tricks, welche Arbeitslosengeldempfänger nicht gezählt bzw. registriert werden siehe nachfolgenden Artikel.
Kurzfassung von diesem älteren aber immer noch aktuellen Artikel der IHK-Ulm : Es sind inoffiziell ca. 8,5 Millionen. Ca 10 Millionen leben am Existenzminimum, also in - verschärfter - Armut (von noch 40% weniger Geld als an der Armutsgrenze).
14. Februar 2005 - Den traurigen Rekord von 5,04 Millionen Arbeitslosen vermeldete die Bundesagentur für Arbeit (BA) für den Januar 2005. Dieser Anstieg beruht auch auf über 200.000 Personen, die vorher nicht in der Arbeitslosenstatistik geführt wurden und sich vor allem mit Blick auf das neue Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") arbeitslos gemeldet haben. Doch selbst die 5 Millionen Arbeitslosen sind nur die halbe Wahrheit unseres Beschäftigungsdesasters. Der DIHK zeigt, wie Instrumente der Arbeitsmarktpolitik die Arbeitslosenzahlen reduzieren und warum der Druck, endlich die Ursachen der Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, so groß ist - und das nicht erst seit heute!
Vorruhestandsregelungen
Knapp 400.000 ältere Erwerbspersonen bekommen derzeit Arbeitslosengeld, ohne dass sie noch für eine Vermittlung zur Verfügung stehen müssen - sie sind deshalb in den Arbeitsmarktzahlen nicht enthalten. Hinzu kommen über 85.000 Arbeitnehmer, die Leistungen der geförderten Altersteilzeit in Anspruch nehmen und sonst möglicherweise ebenfalls arbeitslos wären. Schließlich bezogen Schätzungen zufolge im letzten Jahr über 500.000 Personen Altersrente wegen Arbeitslosigkeit - natürlich außerhalb der Arbeitslosenstatistik.
Geförderte Selbständigkeit
Aus Sicht des DIHK ist fraglich, ob die Selbständigkeit der inzwischen knapp 240.000 durch einen Existenzgründungszuschuss ("Ich-AG") geförderten Arbeitslosen von Dauer ist. Die kurzfristigen statistischen Effekte stehen jedoch fest: Jeder "Ich-AGler" reduziert die Arbeitslosigkeit. Dies trifft auch auf die über 90.000 vormals arbeitslosen Selbstständigen zu, die durch das Überbrückungsgeld von der Arbeitsagentur gefördert werden.
Beschäftigung schaffende Maßnahmen
Weit über 85.000 Arbeitslose nehmen derzeit an einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) oder an einer der letzten Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) teil. Über 80.000 vormals Arbeitslose sind aus der Statistik gefallen, weil die Arbeitsagentur dem Unternehmen bei deren Einstellung einen Lohnkostenzuschuss gewährt hat. Weitere 27.000 Personen waren Ende letzten Jahres in einer Personal-Service-Agentur (PSA) "geparkt" - ohne große Aussicht auf dauerhafte Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt, aber mit den bekannten Entlastungswirkungen für die Statistik.
Berufliche Weiterbildung und stille Reserve
Über 135.000 Personen nehmen zurzeit an einer Maßnahme der beruflichen Weiterbildung teil. Die schätzungsweise ca. 120.000 in Vollzeitmaßnahmen Geförderten tauchen nicht in der ausgewiesenen Arbeitslosenzahl auf. Weitere 35.000 Personen durchlaufen zurzeit eine Eignungsfeststellungs- oder Trainingsmaßnahme - auch sie entlasten die Statistik. Schließlich ist auch die stille Reserve in den offiziellen Zahlen nicht enthalten: Das sind Schätzungen zufolge ca. 1,9 Mio. Personen, die nicht arbeitslos gemeldet sind, aber bei besserer Arbeitsmarktlage ihre Arbeitskraft anbieten würden (z.B. nicht erwerbstätige Ehepartner ohne Betreuungsverpflichtungen).
Fazit: Endlich handeln!
Zu den ausgewiesenen 5 Millionen Arbeitslosen kommen über 3,5 Millionen Personen zusätzlich hinzu, die entweder inaktiv sind oder nur aufgrund einer Fördermaßnahme der Arbeitsagentur nicht mehr zu den Arbeitslosen zählen. Um dieser gewaltigen Ressourcenverschwendung Einhalt zu gebieten, muss die Politik endlich die Arbeitslosigkeit an ihren Wurzeln bekämpfen ...
Quelle : IHK-Ulm (Dokument-Nummer: 5238 )
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